Kerber Art & Service e.K. · Eingetragener Betrieb in der Handwerkerrolle
Schleifen, Ölen und Versiegeln
Der alte Boden ist meist besser als sein Ruf – und günstiger als ein neuer.
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Bandschleifmaschine auf Fischgrätparkett. Geschliffen wird diagonal zum Muster, damit die Maserung nicht ausreißt – am Rand übernimmt der Randschleifer.
Bevor Sie über einen neuen Boden nachdenken: Lassen Sie den alten ansehen. In den Münchner
Altbauten liegt regelmäßig Eichenparkett, das man in dieser Qualität heute kaum noch kaufen
kann – vergraut, stumpf, verkratzt, aber im Kern völlig intakt. Eine Aufarbeitung kostet einen
Bruchteil eines neuen Bodens, und danach hält er wieder Jahrzehnte.
Woran Sie erkennen, ob Schleifen reicht
Nutzschicht. Entscheidend ist die Holzstärke über der Nut. Bei Stab- und
Massivparkett meist 6 bis 8 Millimeter – das reicht für viele Schliffe. Bei Fertigparkett
entscheidet die Deckschicht: ab 2,5 Millimeter ist ein Schliff möglich.
Festigkeit. Lose Stäbe und hohl klingende Stellen sind kein Ausschlusskriterium,
müssen aber vorher nachverklebt werden.
Wasserschäden. Aufgewölbte Bereiche gehen manchmal beim Trocknen zurück.
Erst trocknen, dann beurteilen – nicht umgekehrt.
Fugen. Offene Fugen bis etwa zwei Millimeter lassen sich mit Schleifstaub
und Kittharz schließen. Breitere Fugen bleiben sichtbar, das gehört zu einem alten Boden.
Wenn Sie unsicher sind: Schicken Sie mir Fotos, gern schräg im Gegenlicht aufgenommen. Daran
sieht man den Zustand der Oberfläche am besten.
Wie geschliffen wird
Ein Parkettschliff besteht nicht aus einem Durchgang, sondern aus drei bis vier – mit immer
feinerer Körnung. Der erste Grobschliff nimmt die alte Oberfläche und die Unebenheiten
herunter, die letzten Durchgänge machen das Holz aufnahmefähig für Öl oder Lack.
Bandschleifmaschine für die Fläche, Randschleifer an den
Kanten, Ziehklinge und Handarbeit in den Ecken und unter Heizkörpern.
Fischgrät und Muster werden diagonal angeschliffen, damit die Maserung nicht
ausreißt. Das dauert länger als ein Schiffsboden.
Absaugung an allen Maschinen. Staubfrei wird es nicht, aber es bleibt im
Rahmen – wer Staubfreiheit verspricht, sagt nicht die Wahrheit.
Kittfugen werden mit dem eigenen Schleifstaub des Bodens geschlossen. Nur
so passt die Farbe.
Derselbe Boden nach dem Schliff: Aus grauem, stumpfem Holz kommt die ursprüngliche Farbe
zurück – ohne dass ein einziges Brett getauscht wurde.
Ölen oder versiegeln?
Geölt
Das Öl zieht ins Holz ein und härtet darin aus. Die Oberfläche bleibt offenporig, das Holz
bleibt fühlbar, die Optik ist matt und natürlich.
Stellenweise reparierbar – Kratzer verschwinden beim Nachölen
Braucht alle ein bis drei Jahre eine Auffrischung
Empfindlicher gegen stehendes Wasser
Unsere Empfehlung bei Haustieren und Kindern
Versiegelt
Der Lack liegt als Schutzfilm auf dem Holz. Er ist unempfindlich gegen Wasser und
pflegeleicht – dafür bleibt das Holz „unter Glas".
Robust gegen Feuchtigkeit, gut für Küche und Flur
Nur Nasswischen nötig, keine Spezialpflege
Nicht punktuell reparierbar – ist die Schicht durch, muss die Fläche neu
Standardlösung in Mietwohnungen und Objekten
Gewachst
Die klassische Variante, heute eher selten. Sehr schöne Haptik, aber der pflegeintensivste
Weg von allen.
Treppen sind ein eigenes Kapitel. Die großen Maschinen kommen nicht an die Stufen heran –
gearbeitet wird mit Deltaschleifer, Ziehklinge und von Hand, Stufe für Stufe, einschließlich
Setzstufen, Wangen und der Kanten. Das dauert deutlich länger als eine gleich große
Bodenfläche und wird deshalb gesondert kalkuliert.
Während der Arbeiten ist die Treppe zeitweise nicht begehbar, und nach dem Auftragen von Öl
oder Lack braucht sie Trocknungszeit. In einem Einfamilienhaus mit nur einer Treppe planen
wir das so, dass Sie abends wieder nach oben kommen – aber es will besprochen sein.
Wenn Sie auf der Treppe einen weichen Belag möchten statt Holz, finden Sie das unter
Treppenstufen verlegen.
Was das Schleifen in München kostet
Der Preis hängt weniger an der Quadratmeterzahl als am Zustand und am Zuschnitt:
Wie viele Schleifdurchgänge nötig sind – ein stark verschmutzter oder mehrfach lackierter
Boden braucht mehr
Verlegemuster: Fischgrät und Würfel kosten deutlich mehr Zeit als Schiffsboden
Anteil an Randflächen, Ecken, Heizkörpernischen und Einbauten
Pflege danach: Geölte und versiegelte Böden brauchen unterschiedliche Pflege. Welche das jeweils ist und in welchem Rhythmus, steht in unserer Anleitung.
Das hängt an der Nutzschicht, also der Holzstärke über der Nut. Massivparkett und altes Stabparkett haben oft 6 bis 8 Millimeter und vertragen fünf bis acht Schliffe – die halten also weit über hundert Jahre. Fertigparkett mit 2,5 Millimeter Nutzschicht schafft ein bis zwei Schliffe, mit 4 Millimeter zwei bis drei.
Geölt oder versiegelt – was soll ich nehmen?
Versiegelt ist pflegeleichter und robuster gegen Wasser, lässt sich aber nicht punktuell reparieren; ist die Schicht durch, muss die ganze Fläche neu gemacht werden. Geölt sieht natürlicher aus, fühlt sich wärmer an und lässt sich stellenweise ausbessern, braucht dafür alle ein bis drei Jahre eine Auffrischung. Familien mit Hund fahren mit Öl oft besser, weil Kratzer verschwinden statt sich zu sammeln.
Wie staubig wird das?
Deutlich weniger, als die meisten befürchten. Alle Maschinen laufen mit angeschlossener Absaugung, Türen werden abgeklebt. Staubfrei ist es nicht – wer das verspricht, sagt nicht die Wahrheit. Aber Sie müssen danach nicht die ganze Wohnung putzen.
Schleifen Sie auch Holztreppen?
Ja, und das ist ein regelmäßiger Auftrag. Treppenstufen sind Handarbeit: Die großen Maschinen kommen nicht an die Stufen heran, gearbeitet wird mit Deltaschleifer, Ziehklinge und von Hand. Das dauert länger als eine gleich große Bodenfläche und wird deshalb gesondert kalkuliert.
Kann man den Farbton ändern?
In Grenzen ja. Mit farbigen Ölen und Beizen lässt sich Eiche deutlich abdunkeln oder in Richtung Grau oder Weiß ziehen. Was nicht geht, ist ein dunkles Holz hell zu machen. Wir legen vorher immer ein Muster auf dem echten Boden an – Farbkarten täuschen.
Alten Holzboden aufarbeiten lassen
Schicken Sie mir ein paar Fotos vom Boden, gern auch aus der Nähe und schräg im Gegenlicht – daran erkennt man den Zustand der Oberfläche am besten. Meist kann ich schon danach sagen, ob Schleifen reicht.
Holzböden schleifen wir in ganz München, besonders häufig in Solln, Grünwald, Pullach, Gauting und Großhadern. In den Altbauten und den Villenlagen im Münchner Südwesten liegt oft Eichenparkett aus den Dreißiger- bis Sechzigerjahren – Material, das man heute so kaum noch kaufen kann und für das sich jede Aufarbeitung lohnt.