Kerber Art & Service e.K. · Eingetragener Betrieb in der Handwerkerrolle
Untergrund vorbereiten
Die Arbeit, die später niemand sieht – und an der jeder Bodenschaden hängt.
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Alte Kleberreste werden mechanisch abgetragen. Erst wenn die Fläche frei ist, lässt sich beurteilen, ob der Estrich überhaupt tragfähig ist.
Fast jeder Bodenschaden, den wir zu sehen bekommen, hat seine Ursache nicht im Belag, sondern
darunter. Der Estrich war zu feucht, die Fläche nicht eben, die alten Kleberreste sind
geblieben. Der Belag hat dann nur sichtbar gemacht, was vorher schon falsch war. Deshalb ist
das hier der Posten, an dem sich Sparen am teuersten rächt.
Was zur Untergrundvorbereitung gehört
Altbelag entfernen
Teppich, PVC, Laminat, Parkett – alles, was drauf ist, muss runter. Verklebte Beläge sind
der aufwendige Teil, weil der Kleber im Estrich bleibt.
Aufnehmen, sortieren, fachgerecht entsorgen
Bei größeren Mengen mit Container
Vorsicht bei Altbauten: teerhaltige Kleber vor 1990
Fräsen und Schleifen
Kleberreste, Spachtelreste und die Sinterschicht des Estrichs werden mechanisch
abgetragen. Immer mit angeschlossener Absaugung.
Bodenfräse für dicke Beschichtungen
Schleifteller für die Fläche, Randschleifer an den Kanten
Danach ist erst beurteilbar, ob der Estrich tragfähig ist
Grundieren und Spachteln
Die Grundierung reguliert die Saugfähigkeit und bindet Reststaub. Darauf kommt die
Ausgleichsmasse in der nötigen Schichtdicke.
Mindestens 2 mm Schichtdicke, sonst reißt die Masse
Ebenheit nach DIN 18202
Trocknungszeit vor der Belagsverlegung einhalten
Restfeuchte: gemessen, nicht geschätzt
Der häufigste teure Fehler im Bodenlegerhandwerk ist eine Verlegung auf zu feuchtem Estrich.
Man sieht es nicht, man riecht es nicht – man merkt es sechs bis zwölf Monate später, wenn
sich der Boden wölbt oder die Verklebung aufgibt.
CM-Messung ist das anerkannte Verfahren: Probe aus der unteren Estrichhälfte
entnehmen, zerkleinern, mit Calciumcarbid in der Druckflasche reagieren lassen, Druck ablesen.
Grenzwerte Zementestrich: 2,0 CM-% ohne Fußbodenheizung, 1,8 CM-% mit
Fußbodenheizung.
Grenzwerte Calciumsulfatestrich: 0,5 CM-% ohne, 0,3 CM-% mit Heizung.
Bei Fußbodenheizung kommt das Aufheizprotokoll des Heizungsbauers dazu.
Ohne dieses Protokoll verlegen wir nicht.
Die Probe aufs Exempel: In einer sauber gespachtelten Fläche spiegelt sich das Fenster
ungebrochen. Bricht die Spiegelung, ist die Fläche nicht eben.
Trockenaufbau und Holzunterböden
Nicht überall ist ein Nassestrich möglich oder sinnvoll. Im Dachgeschoss, im Altbau mit
Holzbalkendecke und überall dort, wo keine Trocknungszeit drin ist, bauen wir trocken auf:
Ausgleichsschüttung gleicht Höhenunterschiede aus und wird verdichtet.
Auf Holzbalkendecken bringt sie zusätzlich Masse und damit Schallschutz.
Trockenestrichplatten aus Gipsfaser oder Holzwerkstoff werden verklebt und
verschraubt. Am nächsten Tag ist die Fläche belegreif.
Lagerhölzer mit Blindboden, wenn der Aufbau höher sein darf und Leitungen
geführt werden müssen.
Vorhandene Dielenböden lassen sich als Untergrund nutzen, wenn sie fest
verschraubt und eben genug sind – oft ist das die eleganteste Lösung im Altbau.
Was das kostet und wovon es abhängt
Untergrundarbeiten lassen sich seriös erst nach dem Aufnehmen des alten Belags beziffern –
vorher weiß niemand, was darunter liegt. Wir geben deshalb vorab eine Bandbreite an und
rechnen nach tatsächlichem Aufwand ab. Diese Punkte bestimmen die Höhe:
Art und Menge des Altbelags, Aufwand für die Entsorgung
Wie fest der alte Kleber sitzt und ob gefräst werden muss
Höhenunterschiede und damit die nötige Spachtelmenge
Zugänglichkeit: Stockwerk, Aufzug, Parksituation vor dem Haus
Ob trocken aufgebaut werden muss statt gespachtelt
Ein Angebot ohne Position für den Untergrund ist kein günstiges Angebot – es ist ein
unvollständiges. Bei uns steht diese Position immer sichtbar drin, auch wenn das
Angebot dadurch auf den ersten Blick teurer aussieht als das der Konkurrenz.
Ja, mit dem CM-Gerät. Eine Probe wird aus dem Estrich entnommen, zerkleinert und mit Calciumcarbid in einer Druckflasche zur Reaktion gebracht. Der Druck zeigt den Feuchtegehalt an. Das dauert etwa zwanzig Minuten und ist die einzige anerkannte Methode. Elektronische Handmessgeräte geben nur einen Anhaltspunkt.
Wer entsorgt den alten Belag?
Wir nehmen den Altbelag auf und entsorgen ihn fachgerecht. Das steht als eigener Posten im Angebot, weil die Menge und die Art des Materials den Preis bestimmen – verklebter PVC-Belag mit Teerresten ist etwas anderes als loser Teppichboden. Bei größeren Mengen stellen wir einen Container.
Was ist der häufigste Fehler in der Praxis?
Ungeduld. Der Estrich ist noch nicht trocken, aber der Termin steht. Der Boden wird verlegt, alles sieht gut aus – und acht Monate später wölben sich die Dielen oder die Verklebung löst sich. Der zweite häufige Fehler ist zu dünn gespachtelt: unter zwei Millimeter Schichtdicke reißt die Masse auf.
Ist Untergrundvorbereitung im Angebot enthalten?
Bei uns steht sie immer als eigener, sichtbarer Posten drin. Wenn der Untergrund erst nach dem Aufnehmen des alten Belags beurteilt werden kann, sagen wir das vorher und geben eine Bandbreite an. Was wir nicht machen: den Posten kleinrechnen, um das Angebot günstiger aussehen zu lassen, und dann nachfordern.
Untergrund prüfen lassen, bevor es teuer wird
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Untergrund taugt: Lassen Sie ihn ansehen, bevor Sie Material bestellen. Ein Termin vor Ort kostet weniger als ein Boden, der nach einem halben Jahr wieder heraus muss.
Untergrundarbeiten führen wir in ganz München aus, mit Schwerpunkt in Laim, Pasing, Großhadern, Sendling und Obersendling. Gerade in den Altbauten und den Nachkriegsbauten im Münchner Westen und Südwesten ist der Unterboden fast immer die eigentliche Aufgabe – nicht der neue Belag.