Bodenschleifmaschine entfernt alte Kleberreste vom Estrich in München
Frisch aufgetragene Grundierung auf einem Estrich, Kontrast zur unbehandelten Fläche
Ausgleichsmasse wird mit einer Rakel auf dem grundierten Untergrund verteilt
Fertig gespachtelte, gleichmäßig glatte Bodenfläche in einem Flur in München
Verlegte Trockenestrichplatten aus Holzwerkstoff in einem Raum in München

Alte Kleberreste werden mechanisch abgetragen. Erst wenn die Fläche frei ist, lässt sich beurteilen, ob der Estrich überhaupt tragfähig ist.

Fast jeder Bodenschaden, den wir zu sehen bekommen, hat seine Ursache nicht im Belag, sondern darunter. Der Estrich war zu feucht, die Fläche nicht eben, die alten Kleberreste sind geblieben. Der Belag hat dann nur sichtbar gemacht, was vorher schon falsch war. Deshalb ist das hier der Posten, an dem sich Sparen am teuersten rächt.

Was zur Untergrundvorbereitung gehört

Altbelag entfernen

Teppich, PVC, Laminat, Parkett – alles, was drauf ist, muss runter. Verklebte Beläge sind der aufwendige Teil, weil der Kleber im Estrich bleibt.

  • Aufnehmen, sortieren, fachgerecht entsorgen
  • Bei größeren Mengen mit Container
  • Vorsicht bei Altbauten: teerhaltige Kleber vor 1990

Fräsen und Schleifen

Kleberreste, Spachtelreste und die Sinterschicht des Estrichs werden mechanisch abgetragen. Immer mit angeschlossener Absaugung.

  • Bodenfräse für dicke Beschichtungen
  • Schleifteller für die Fläche, Randschleifer an den Kanten
  • Danach ist erst beurteilbar, ob der Estrich tragfähig ist

Grundieren und Spachteln

Die Grundierung reguliert die Saugfähigkeit und bindet Reststaub. Darauf kommt die Ausgleichsmasse in der nötigen Schichtdicke.

  • Mindestens 2 mm Schichtdicke, sonst reißt die Masse
  • Ebenheit nach DIN 18202
  • Trocknungszeit vor der Belagsverlegung einhalten

Restfeuchte: gemessen, nicht geschätzt

Der häufigste teure Fehler im Bodenlegerhandwerk ist eine Verlegung auf zu feuchtem Estrich. Man sieht es nicht, man riecht es nicht – man merkt es sechs bis zwölf Monate später, wenn sich der Boden wölbt oder die Verklebung aufgibt.

  • CM-Messung ist das anerkannte Verfahren: Probe aus der unteren Estrichhälfte entnehmen, zerkleinern, mit Calciumcarbid in der Druckflasche reagieren lassen, Druck ablesen.
  • Grenzwerte Zementestrich: 2,0 CM-% ohne Fußbodenheizung, 1,8 CM-% mit Fußbodenheizung.
  • Grenzwerte Calciumsulfatestrich: 0,5 CM-% ohne, 0,3 CM-% mit Heizung.
  • Bei Fußbodenheizung kommt das Aufheizprotokoll des Heizungsbauers dazu. Ohne dieses Protokoll verlegen wir nicht.
Frisch aufgezogene Ausgleichsmasse mit spiegelglatter Oberfläche
Die Probe aufs Exempel: In einer sauber gespachtelten Fläche spiegelt sich das Fenster ungebrochen. Bricht die Spiegelung, ist die Fläche nicht eben.

Trockenaufbau und Holzunterböden

Nicht überall ist ein Nassestrich möglich oder sinnvoll. Im Dachgeschoss, im Altbau mit Holzbalkendecke und überall dort, wo keine Trocknungszeit drin ist, bauen wir trocken auf:

  • Ausgleichsschüttung gleicht Höhenunterschiede aus und wird verdichtet. Auf Holzbalkendecken bringt sie zusätzlich Masse und damit Schallschutz.
  • Trockenestrichplatten aus Gipsfaser oder Holzwerkstoff werden verklebt und verschraubt. Am nächsten Tag ist die Fläche belegreif.
  • Lagerhölzer mit Blindboden, wenn der Aufbau höher sein darf und Leitungen geführt werden müssen.
  • Vorhandene Dielenböden lassen sich als Untergrund nutzen, wenn sie fest verschraubt und eben genug sind – oft ist das die eleganteste Lösung im Altbau.

Was das kostet und wovon es abhängt

Untergrundarbeiten lassen sich seriös erst nach dem Aufnehmen des alten Belags beziffern – vorher weiß niemand, was darunter liegt. Wir geben deshalb vorab eine Bandbreite an und rechnen nach tatsächlichem Aufwand ab. Diese Punkte bestimmen die Höhe:

  • Art und Menge des Altbelags, Aufwand für die Entsorgung
  • Wie fest der alte Kleber sitzt und ob gefräst werden muss
  • Höhenunterschiede und damit die nötige Spachtelmenge
  • Zugänglichkeit: Stockwerk, Aufzug, Parksituation vor dem Haus
  • Ob trocken aufgebaut werden muss statt gespachtelt

Ein Angebot ohne Position für den Untergrund ist kein günstiges Angebot – es ist ein unvollständiges. Bei uns steht diese Position immer sichtbar drin, auch wenn das Angebot dadurch auf den ersten Blick teurer aussieht als das der Konkurrenz.

Eine erste Größenordnung liefert der Schnellangebotsrechner. Anschließend geht es weiter mit dem eigentlichen Belag: Parkett, Vinyl, Laminat, Teppich oder Naturbeläge.

Häufige Fragen

Wird die Restfeuchte wirklich gemessen?

Ja, mit dem CM-Gerät. Eine Probe wird aus dem Estrich entnommen, zerkleinert und mit Calciumcarbid in einer Druckflasche zur Reaktion gebracht. Der Druck zeigt den Feuchtegehalt an. Das dauert etwa zwanzig Minuten und ist die einzige anerkannte Methode. Elektronische Handmessgeräte geben nur einen Anhaltspunkt.

Wer entsorgt den alten Belag?

Wir nehmen den Altbelag auf und entsorgen ihn fachgerecht. Das steht als eigener Posten im Angebot, weil die Menge und die Art des Materials den Preis bestimmen – verklebter PVC-Belag mit Teerresten ist etwas anderes als loser Teppichboden. Bei größeren Mengen stellen wir einen Container.

Was ist der häufigste Fehler in der Praxis?

Ungeduld. Der Estrich ist noch nicht trocken, aber der Termin steht. Der Boden wird verlegt, alles sieht gut aus – und acht Monate später wölben sich die Dielen oder die Verklebung löst sich. Der zweite häufige Fehler ist zu dünn gespachtelt: unter zwei Millimeter Schichtdicke reißt die Masse auf.

Ist Untergrundvorbereitung im Angebot enthalten?

Bei uns steht sie immer als eigener, sichtbarer Posten drin. Wenn der Untergrund erst nach dem Aufnehmen des alten Belags beurteilt werden kann, sagen wir das vorher und geben eine Bandbreite an. Was wir nicht machen: den Posten kleinrechnen, um das Angebot günstiger aussehen zu lassen, und dann nachfordern.

Untergrund prüfen lassen, bevor es teuer wird

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Untergrund taugt: Lassen Sie ihn ansehen, bevor Sie Material bestellen. Ein Termin vor Ort kostet weniger als ein Boden, der nach einem halben Jahr wieder heraus muss.

Angebot anfragen Preis überschlagen 0157 80908065

Untergrundarbeiten führen wir in ganz München aus, mit Schwerpunkt in Laim, Pasing, Großhadern, Sendling und Obersendling. Gerade in den Altbauten und den Nachkriegsbauten im Münchner Westen und Südwesten ist der Unterboden fast immer die eigentliche Aufgabe – nicht der neue Belag.